Bergauf - Bergab in den deutschen Mittelgebirgen
Letzte Aktualisierung: 22.04.2026
© Erich Arndt
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Mittelgebirge
Geografie:
Das
Knüllgebirge
,
meist
nur
(der)
Knüll
genannt,
ist
ein
bis
zu
635,5 m ü.
NHN
hohes
Mittelgebirge
in
den
nordhessischen
Landkreisen
Schwalm-
Eder
und
Hersfeld-Rotenburg.
Der
Gebirgszug
ist
dünn
besiedelt
und
stark
bewaldet.
Die
Anerkennung
als
Naturpark
Knüll
erfolgte
2021.
Die
höchste
Erhebung ist der Eisenberg.
Aufstiegs- und Abstiegsroute:
Die
4,5
km
lange
Tour
ist
als
Rundweg
angelegt,
sie
startet
und
endet
auf
dem Gipfelplateau des Eisenberges (siege GPS-Track).
Anstrengung:
Leichte Bergtour (T1), leicht begehbare Wege, kein besonderes Können
erforderlich.
Ausrüstung:
Dem Wetter angepasste Wanderausrüstung.
Gefahren:
Keine.
Im Reisetagebuch geblättert
(Sonntag, 12.04.2026)
Das Knüllgebirge bietet eine „Fabelhafte Vielfalt“
Die
Nacht
endet
für
uns
um
6:30
Uhr.
Der
Himmel
trägt
grau,
es
regnet.
Nach
dem
morgendlichen
Prozedere
sind
alle
Sachen
im
Auto
verpackt – wir sind startklar.
Um
8:00
Uhr
brummt
der
Motor,
die
266
km
lange
Tour
zum
Knüllgebirge
in
Hessen
beginnt.
Die
ca.
3-stündige
Fahrt
verläuft
störungsfrei,
es
gibt
keine
Staus
oder
Hindernisse
mit
Umleitungen
wegen
Baustellen.
Im
osthessischen
Landkreis
Hersfeld-Rotenburg
liegen
die
beiden
kleinen
Gemeinden
Salzberg
und
Raboldshausen.
Etwas
südlich,
zwischen
den
Orten,
befindet
sich
der
Eisenberg.
Doch
vor
dem
Start
der
Wanderung
machen
wir
Halt
am
Opferstein,
ein
Naturdenkmal
am
Wegesrand
an
einer
Kehre
an
der
Kreisstraße
34
(Eisenbergstraße).
Ein
hölzernes
Hinweisschild
kennzeichnet
den
Standort für Wanderer und Besucher.
Der
quaderförmige
Quarzsandsteinfels
wird
in
Augenschein
genommen:
Er
ist
in
etwa
3,5
m
lang,
2
m
breit
und
1,4
m
dick.
Wegen
der
auf
seiner
Oberfläche
befindlichen
Mulde
und
den
fünf
Rinnen
(im
Volksmund
oft
als
„
Blutrinnen
“
bezeichnet)
wird
vermutet,
dass
es
sich
um
einen
altgermanischen
Opferstein
handelt.
Einen
wissenschaftlichen
Beweis
gibt
es
allerdings
nicht.
Auch
hier,
wie
bei
anderen
großen
Felsbrocken,
gibt
es
die
Sage
vom
Steinwurf
eines erbosten Riesen.
Ein
Riese
soll
aus
Wut
über
die
Herren
der
Burg
Herzberg
versucht
haben,
den
Stein
von
der
Burg
Wallenstein
auf
die
Burg
Herzberg
zu
werfen,
um
diese
zu
zerstören.
Der
Stein
verfing
sich
aber
in
seinem
Ärmel
und
fiel
schon
bei
Willingshain
zu
Boden.
Die
fünf
Rillen
im
Stein sollen von den Fingern des Riesen stammen.
Wir
fahren
am
115
m
hohen
Fernmeldeturm
vorbei,
der
sich
etwa
340
m
südwestlich
vom
Borgmannsturm
befindet.
Auf
den
Gipfelareal
angekommen
wird
das
Auto
abgestellt,
die
Wanderung
im
Knüllgebirge
beginnt.
Das
Mittelgebirge
wird
oft
auch
nur
Knüll
genannt,
es
ist
stark
bewaldet
und
dünn
besiedelt.
Im
Jahr
2021
wurde
es
als
Naturpark
anerkannt.
Das
Gipfelareal
ist
touristisch
voll
erschlossen
und
trotzdem
sind
Brigitte
und
ich
die
einzigen
Besucher
zur
Stunde.
Der
Grund:
das
Wanderheim
Heussner-Haus,
das
Hotel,
die
Gasstätte
und
der
Borgmannsturm
sind
verwaist,
die
Türen
verschlossen.
Wie
später
von
einem
Vereinsmitglied
zu
erfahren
war,
haben die Schließungen u.a. auch mit akutem Personalmangel zu tun.
Der
Turm
steht
auf
höchstem
Grund
(635,5
m)
und
wurde
im
Jahr
1913
vom
Knüllgebirgsverein
errichtet.
Sein
Vorgänger
war
18
m
hoch
und
erfreute
seine
Gäste
von
1894
–
1906.
Der
jetzige
Turm
misst
26
m
und
wurde
nach
dem
Forstmeister
und
Gründer
des
Knüllgebirgsvereins
Hugo
Borgmann
(1841
–
1906)
benannt.
Wer
das
Glück
hat
hinaufzusteigen
muss
über
eine
Treppe
113
Stufen
stemmen,
die
zu
den
Aussichtsebenen
führen,
die
sich
auf
19,6
m
und
22
m
Höhe
befinden.
Durch
jeweils
vier
3-teilige
Glasfenster
kann
man
dann
in
die
Ferne
sehen.
An
den
Fenstern
der
oberen
Etage
sind
Orientierungstafeln
angebracht.
Neben
den
bewaldeten
Bergen
und
Tälern
des
Knüll
sind
im
Urzeigersinn,
im
Norden
beginnend
die
Mittelgebirgszüge
Hoher
Habichtswald,
Reinhardswald,
Kaufunger
Wald,
Hoher
Meißner,
Thüringer
Wald,
Rhön,
Vogelsberg,
Taunus,
Westerwald,
Rothaargebirge
und
Kellerwald
zu
erblicken.
Leider
bleibt
uns
dieser
Gipfelblick
verwehrt.
Wir
sehen
uns
das
weitere
Gipfelareal
an,
zu
dem
ein
etwas
zugewachsener
Goldfischteich
sowie
Gedenksteine
für
Joseph
von
Eichendorf
und
Friedrich
Ludwig
Jahn
gehören.
Über
den
Südweststeig
wandern
Brigitte
und
ich
dann
in
einem
großen
Bogen
zur
Christinenquelle.
Passend
dazu
ein
Vierzeiler
des
verehrten Heinz Erhardt:
An dieser Stelle möchte ich auf die Schnelle was sagen zur Quelle:
„Es ist gewiss viel Schönes dran,
am Element, dem nassen.
Weil man das Wasser trinken kann.
Man kann‘s aber – auch lassen.“
Nach
der
Rückkehr
fahren
wir
zum
ehemaligen
Mittelunkt
der
(alten)
BRD,
der
sich
nahe
der
mittelhessischen
Stadt
Herbstein,
im
Vogelbergkreis befindet.
Zu
Zeiten
der
deutschen
Teilung,
bis
zum
3.
Oktober
1990,
gab
es
in
Deutschland
zwei
Mittelpunkte:
der
eine
lag
in
der
DDR,
zwischen
den
beiden
Ortschaften
Verlorenwasser
und
Weitzgrund,
im
heutigen
Naturpark
Hoher
Fläming
und
der
zweite
in
der
damaligen
BRD
bei
Herbstein.
Der
Gedenkstein
an
der
B
275
besitzt
zwei
Plaketten.
Eine
dokumentiert
den
Mittelpunkt,
eine
neuere Tafel weist auf das “
ehemalige
” hin.
Die deutschen Mittelgebirge und ihre Gipfel
KNÜLLGEBIRGE