Bergauf - Bergab in den deutschen Mittelgebirgen
Letzte Aktualisierung: 27.05.2026
© Erich Arndt
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Mittelgebirge
Geografie:
Der
Odenwald
ist
ein
bis
626,8 m ü.
NHN
hohes
Mittelgebirge
in
Südhessen,
im
nördlichen
Baden
und
in
Unterfranken.
Die
höchste
natürliche
Erhebung
ist
der Katzenbuckel.
Aufstiegs- und Abstiegsroute:
Die
4,2
km
lange
Tour
ist
zum
Teil
als
Rundweg
angelegt,
sie
startet
und
endet
an
der
alten
Linde
im
baden-württembergischen
Dorf
Waldkatzenbach
(siege
GPS-Track).
Anstrengung:
Leichte Bergtour (T1), leicht begehbare Wege, kein besonderes Können
erforderlich.
Ausrüstung:
Dem Wetter angepasste Wanderausrüstung.
Gefahren:
Keine.
Im Reisetagebuch geblättert
(Donnerstag, 21.05.2026)
Katzenbuckel - ein Vulkan, der nie ausbrach
D
ie
Frühstückszeit
ist
um
7:30
Uhr
vereinbart,
somit
geht’s
im
Landgasthaus
Zur
Krone
eine
halbe
Stunde
später
als
sonst
aus
den
Betten.
Wir
speisen
in
Ruhe
und
starten
gegen
8:15
Uhr
mit
dem
Auto.
Die
erste
Etappe
führt
Brigitte
und
mich
zu
einem
gar
traurigen
Ort:
zum
Beerfelder
Galgen.
Das
unter
Denkmalschutz
stehende
Kulturdenkmal
befindet
sich
etwa
500
m
westlich
der
Stadt,
an
einem
Acker.
Er
ist
der
größte
und
besterhaltene
Galgen
im
Bundesgebiet.
Nach
Angabe
der
bei
dem
Brande
von
1810
geretteten
Chronik
wurde
der
Galgen
im
Jahre
1592
erbaut.
Er
diente
dem
Hochgericht
der
Oberzent
unter
der
Herrschaft
der
Grafen
von
Erbach;
im
Jahre
1806
wurde
ihnen
durch
napoleonisches
Recht
die
Gerichtsbarkeit
entzogen,
womit
auch
das
Recht
zur
Verhängung der Todesstrafe endete.
Nach
der
Inaugenscheinnahme
der
Anlage
fahren
wir
nach
Waldkatzenbach,
denn
dort
startet
die
Tour
durch
den
Odenwald,
hinauf
zum
Katzenbuckel.
Das
baden-württembergische
Dorf
Waldkatzenbach
ist
ein
geschichtsträchtiger
Ort,
denn
dort
steht
eine
nahezu
400
Jahre
alte
Linde,
die
aus
einem
besonderen
Grund
gepflanzt
wurde:
Waldkatzenbach
wurde
im
30-jährigen
Krieg
stark
in
Mitleidenschaft
gezogen.
Es
wird
berichtet,
dass
nur
sieben
Familien
den
Krieg
überlebten.
Zum
Dank
setzten
diese
sieben
Lindensprösslinge
zusammengebunden
in
ein
Pflanzloch
über
den
Dorfbrunnen.
Daraus
erwuchs
eine
mächtige
Linde,
die
heute
nach
376
Jahren
ein
imposantes
Naturdenkmal
darstellt.
Wir
wandern
die
Katzenbuckelstraße
entlang
und
kommen
an
der
evangelischen
Kirche
vorbei.
Auf
dem
Kirchhof
steht
ein
Sühnekreuz
mit
der
Abbildung
eines
Messers.
Der
Sage
nach
hat
sich
folgendes
zugetragen:
Ein
Ritter
von
Gaffenstein,
Führer
eines
Bauernhaufens
im
Bauernkrieg,
flüchtete
nach
einer
erlittenen
Niederlage
in
eine
Höhle
des
Katzenbuckels.
Bewohner
aus
Waldkatzenbach
versorgten
ihn.
Als
er
sich
im
Dorfe
zeigte,
wurde
er
im
Auftrag
der
Ritter
von
Hirschhorn
und
Freienstein erdolcht. Seine Braut habe ihm das Steinkreuz errichtet.
Brigitte
und
ich
erreichen
nach
etwa
einem
Kilometer
die
Villa
Katzenbuckel.
Die
ehemalige
Turmschenke
wurde
vom
Betreiber
im
Jahr
2020
aus
gesundheitlichen
Gründen
geschlossen.
Nach
einer
umfassenden
Renovierung
firmiert
nun
das
höchstgelegene
Restaurant
im
Odenwald
unter
dem
Namen
„
Landgut
Katzenbuckel“
.
Wer
Kuchen
liebt
ist
hier
genau richtig.
Die
nächste
Station
der
Wanderung
ist
der
Katzenbuckelsee,
der
sich
in
einem
ehemaligen
Steinbruch
durch
Eindringen
von
Grundwasser
gebildet
hat.
Ein
schöner
Ort
zur
Entspannung
und
außerdem
ein
sehr
lehrreicher
Ort,
denn
vom
See
aus
führt
ein
geologischer
Lehrpfad
„
Weg
der
Kristalle
“
bis
zum
Gipfel.
Auf
Tafeln
wird
über
die
Entstehungsgeschichte
des
vulkanischen
Katzenbuckels
informiert.
Eine
weitere
Zwischenstation
vor
dem
Gipfel
ist
eine
in
die
Jahre
gekommene
baufällige
Mattenschanze.
Schon
im
Jahr
1950
wurde
hier
eine
erste
Skisprungschanze
eingeweiht.
Doch
die
Winter
brachten
immer
weniger
Schnee
und
so
wurde
sie
als
Mattenschanze
umgebaut.
Leider
ist
der
Weg
nach
oben
nicht
mehr
möglich,
da
die
Trittstufen
entfernt
wurden.
Verwiesen
sei
an
dieser
Stelle
auf
einen
in
der
Nähe
der
Schanze
alleinstehenden
hohen
Basaltfelsen,
der
den
Namen
Gaffenstein
trägt.
Ein
Schild
am
Stein
geht
auf
eingangs
erwähnter
Sage ein.
Nachdem
110
Höhenmeter
erklommen
sind,
ist
die
Kuppe
des
höchsten
Berges
des
Odenwalds,
der
626,80
m
hohe
Katzenbuckel
erreicht.
Die
Erhebung
ist
der
Rest
eines
kreidezeitlichen
Vulkanschlots,
der
als
Härtling
der
Abtragung
im
Laufe
der
Jahrmillionen
mehr
Widerstand
entgegengesetzt
hat,
als
die
umgebenden Gesteine.
Zur
Herkunft
des
Wortes
„
Katzenbuckel
“
gibt
es
verschiedene,
ungesicherte
Erklärungen.
Nach
einer
soll
die
Gestalt
des
Bergs
die
Umwohner
an
den
gekrümmten
Rücken
einer
Katze
erinnert
haben.
Andere
leiten
den
Bergnamen
vom
Stammesnamen
der
Chatten
ab,
die
einst hier lebten.
Dominant
erhebt
sich
der
im
Jahr
1920
aus
Buntsandstein
errichtete
18
m
hohe
Aussichtsturm.
Als
Bauherren
gelten
die
Markgrafen
Leopold,
Wilhelm
und
Maximilian
von
Baden.
Wir
steigen
auf
enger
Wendeltreppe
empor
und
werden
mit
einem
grandiosen
Fernblick
über
den
Odenwald
und
zu
diversen
Bergrücken
in
den
Bundesländer
Bayern, Hessen und Baden- Württemberg belohnt.
Der
Turm
diente
als
Festpunkt
für
die
Triangulation
der
Landvermessung.
Der
Messpfeiler
befindet
sich
auf
dem
Turm.
Im
deutschen
Hauptdreiecksnetz
ist
er
heute
als
sogenannter
„
Trigonometrischer
Punkt
I.
Ordnung
“
ein
bedeutender
Festpunkt.
Mit
einem
Wanderer,
der
ebenfalls
den
Turm
hinaufgestiegen
ist,
ergibt
sich ein angenehmes Gespräch über unsere Wanderleidenschaft.
Nach
dem
Abstieg
wenden
wir
uns
der
höchsten
natürlichen
Stelle
auf
dem
Katzenbuckel
zu.
Sie
befindet
sich
in
der
Nähe
des
Turmes
auf
den
Gipfelfelsen.
Dort
kann
man
ein
erstaunliches
Phänomen
beobachten,
wenn
man
einen
Kompass
zur
Hand
hat,
denn
an
den
Magnetit
haltigen
Gipfelgesteinen
haben
Blitze
eine
deutliche
magnetische
Abweichung
erzeugt.
Die
Kompassnadel
schlägt
plötzlich
aus
nähert
man
sich
den
Felsen!
Die
Wanderung
nimmt
ihren
Lauf
und
führt über schöne Waldwege schließlich nach Waldkatzenbach zurück.
Die deutschen Mittelgebirge und ihre Gipfel
ODENWALD